Alfons Peschke

Damenschneider. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1905    † 1943

 

Lebenslauf

Alfons Peschke wurde am 2.11.1905 in Wien geboren. Er arbeitete als Damenschneider.

Bezirksleiter der KPÖ Wien-Hernals

Alfons Peschke fungierte als Bezirksleiter der KPÖ Wien-Hernals.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 27. 1. 1941 wurde Alfons Peschke verhaftet und am 16. 12. 1942 gemeinsam mit Hedwig Urach, Wladimir Zoul und Franz Tesarik (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. F. Nesvabda starb durch Selbsttötung. Am 16.6.1943 wurde Alfons Peschke im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Ende 1938 oder Anfang 1939 wurde Peschke mit dem damaligen Kreisleiter der KPÖ vom XVI. und XVII Bezirk in Wien, dem bereits abgeurteilten Leopold Schönbauer als Verbindungsmann zwischen dem XVII. (Hernalser) Bezirk und dem übergeordneten Kreis eingesetzt. (…) Peschke bemühte sich um die Wiederanknüpfung der Verbindung nach oben. Als er Anfang 1940 ein ihm von früher bekanntes Mitglied der KPÖ traf, das sich der ’Lange‘ nannte, bat er ihn, ihm dabei behilflich zu sein. (…) Im November 1940 lernte Peschke durch ’Kern‘ den Organisator der KPÖ in Wien und Auslandsmann der KPÖ namens Puschmann (…) kennen. (…) Puschmann hatte zu diesem Treffen die Mitangeklagte Urach mitgebracht und beauftrage Peschke, in Zukunft mit dieser zusammenzuarbeiten und sie mit den hinter ihm stehenden Gesinnungsgenossen in Verbindung zu bringen.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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